Das Kolleg

Ziel des Graduiertenkollegs Islamische Theologie ist es, Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in der Islamischen Theologie auszubilden. Das Kolleg leistet damit einen wichtigen Beitrag für die nachhaltige Etablierung des Faches und hilft, die Voraussetzungen für die Ausbildung von Lehrkräften für islamischen Religionsunterricht an staatlichen Schulen in Deutschland zu schaffen.

Das Kolleg

Das Graduiertenkolleg Islamische Theologie ist eine gemeinsame Initiative der Stiftung Mercator und all jener deutschen Universitäten, die sich im Bereich der Islamischen Theologie engagieren. Es ist standortübergreifend an den Universitäten Münster, Erlangen-Nürnberg, Frankfurt, Hamburg, Osnabrück, Paderborn und Tübingen eingerichtet. 16 Doktorandinnen und Doktoranden promovieren an einem der Standorte und nehmen am Studienprogramm des Kollegs teil, das auch renommierte Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus dem Ausland integriert.

Da die Promovierenden an je einem der sieben beteiligten Standorte angestellt sind, wird das Studienprogramm in regelmäßig stattfindenden Seminaren und Konferenzen an den Partneruniversitäten organisiert. Dieses Programm durchlaufen die Promovierenden in der Regel in drei Jahren, während sie ihre Dissertation in einem wissenschaftlichen Kernbereich des Graduiertenkollegs schreiben. In ihren Promotionen und dem standortübergreifenden Studienprogramm verbinden die Kollegiatinnen und Kollegiaten klassische Disziplinen islamischen Wissens mit neuen Ansätzen und Fachgebieten. Inhaltliche Schwerpunkte des Graduiertenkollegs sind Koranwissenschaften, Hadithwissenschaften, Islamisches Recht, Systematische Theologie (Kalam), Islamische Philosophie, Ethik und Mystik, Geschichte und Gegenwartskultur des Islams und islamische Religionspädagogik und Fachdidaktik.

Die Rolle der Stiftung Mercator

Die Stiftung Mercator fördert das 2011 gegründete Graduiertenkolleg bis 2016 mit 3,6 Millionen Euro. Sie bringt dabei ihre Expertise in Wissenschaftsmanagement und Öffentlichkeitsarbeit ein. Die inhaltliche Ausgestaltung liegt allein bei den Professorinnen und Professoren sowie den Kollegiatinnen und Kollegiaten im Projekt. So hat die Stiftung Mercator keinen Einfluss auf die Auswahl der Promovierenden, ihre Dissertationen oder die Inhalte des Studienprogramms. Diese kompetenzorientierte Arbeitsteilung gewährleistet den Beitrag des Kollegs zu einer authentischen muslimischen Theologie, die ihr Wirken in Hochschule, Schule und Gesellschaft entfaltet.

Die Stiftung Mercator ist eine private, unabhängige Stiftung. Sie strebt mit ihrer Arbeit eine Gesellschaft an, die sich durch Weltoffenheit, Solidarität und Chancengleichheit auszeichnet. Dabei konzentriert sie sich darauf, Europa zu stärken, den Bildungserfolg benachteiligter Kinder und Jugendlicher insbesondere mit Migrationshintergrund zu erhöhen, Qualität und Wirkung kultureller Bildung zu verbessern, Klimaschutz voranzutreiben und Wissenschaft zu fördern. Die Stiftung Mercator steht für die Verbindung von wissenschaftlicher Expertise und praktischer Projekterfahrung. Als eine führende Stiftung in Deutschland ist sie national wie international tätig. Dem Ruhrgebiet, der Heimat der Stifterfamilie und dem Sitz der Stiftung, fühlt sie sich besonders verpflichtet.

 

FAQ


Wie viele Promovierende forschen an jedem Standort?

Die 16 Doktorandinnen und Doktoranden verteilen sich auf die sieben beteiligten Hochschulen. Die Verteilung richtet sich dabei nach der Thematik der jeweiligen Dissertation und den Forschungsausrichtungen der Betreuerinnen und Betreuer und nicht nach zuvor festgelegten Quoten. Allerdings wurde gewährleistet, dass jeder Standort mindestens mit einem Promovierenden am Kolleg beteiligt ist.

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Wie wurden die Kollegiatinnen und Kollegiaten ausgewählt?

Die Kollegiatinnen und Kollegiaten wurden in einem zweistufigen Verfahren ausgewählt. Jede Bewerbung wurde von Professorinnen und Professoren zweier verschiedener Standorte Islamischer Theologie gesichtet und anhand von vier Kriterien bewertet.
Dazu zählten die persönliche und fachliche Qualifikation, die Qualität des Forschungsvorhabens, ein wissenschaftliches Empfehlungsschreiben und die relevanten Sprachkenntnisse. Auf Grundlage dieser Bewertungen wurden Bewerberinnen und Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, an dem Vertreterinnen und Vertreter aller sieben Standorte Islamischer Theologie sowie zwei renommierte Islamwissenschaftler als externe Sachverständige teilnahmen. Auf Grundlage der Gespräche erfolgte dann die Auswahl der Kollegiatinnen und Kollegiaten, angelehnt an die zuvor genannten Kriterien.
Jeder Standort sowie die externen Islamwissenschaftler trugen bei der gemeinsamen Auswahl der Promovierenden eine Stimme. Die Stiftung Mercator verfügte beim Auswahlverfahren über kein Stimmrecht, die Auswahl erfolgte ausschließlich durch die beteiligten Professorinnen und Professoren.

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Auf wie viele Jahre ist die Promotion angelegt?

Die Kollegiatinnen und Kollegiaten sind mit einer halben E 13-Stelle (TV-L) für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren an den jeweiligen Standorten beschäftigt. Auf begründeten Antrag hin kann die Förderung im Einzelfall um ein Jahr verlängert werden.

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Wie wurden die Universitäten ausgewählt?

Am Graduiertenkolleg beteiligen sich alle deutschen Universitäten, die sich im Bereich der Islamischen Theologie engagieren. Dazu zählen neben den vom Bundesministerium für Bildung und Forschung berufenen Standorten Frankfurt am Main/Gießen, Erlangen-Nürnberg, Münster/Osnabrück und Tübingen auch die Universitäten Hamburg und Paderborn.

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Weshalb unterstützt die Stiftung Mercator ein Graduiertenkolleg Islamische Theologie?

In Deutschland leben rund 3,8 bis 4,3 Millionen Musliminnen und Muslime, das sind etwa fünf Prozent der Bevölkerung. Die Stiftung Mercator setzt sich für eine chancengleiche Partizipation aller Menschen an zentralen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ein. Dazu gehört auch die strukturelle Gleichbehandlung von Musliminnen und Muslimen im deutschen Bildungssystem. Vor diesem Hintergrund unterstützt die Stiftung Mercator u.a. das Graduiertenkolleg Islamische Theologie und das Avicenna-Studienwerk. Das Engagement für die genannten Ziele ist begründet in dem übergeordneten gesellschaftspolitischen Ziel der Stiftung, Menschen mit Migrationshintergrund eine chancengleiche Bildungsteilhabe zu ermöglichen.

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Wie wird das Graduiertenkolleg finanziert?

Die Stiftung Mercator fördert das Graduiertenkolleg mit einer Gesamtsumme von 3,6 Millionen Euro im Zeitraum von 2011 bis 2016.

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Welchen Einfluss hat die Stiftung Mercator auf den Inhalt des Graduiertenkollegs?

Die Stiftung Mercator unterstützt das Projekt mit ihrer Expertise in Fragen des Wissenschaftsmanagements und der Öffentlichkeitsarbeit. Die inhaltliche Ausgestaltung des Graduiertenkollegs obliegt jedoch allein den Professorinnen und Professoren sowie den Kollegiatinnen und Kollegiaten im Projekt. Auch beim Auswahlverfahren verfügte die Stiftung Mercator über kein Stimmrecht, die Auswahl der Promovierenden erfolgte ausschließlich durch die beteiligten Professorinnen und Professoren. Diese kompetenzorientierte Arbeitsteilung gewährleistet den Beitrag des Kollegs zu einer authentischen muslimischen Theologie, die ihr Wirken in Hochschule, Schule und Gesellschaft entfaltet.

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Welche inhaltlichen Schwerpunkte setzt das Kolleg in seinem Curriculum?

Als Schwerpunkte wurden folgende sieben Themenfelder definiert: Koranwissenschaften, Hadithwissenschaften, Islamisches Recht, Systematische Theologie (Kalam), Islamische Philosophie, Ethik, Mystik, Geschichte und Gegenwartskultur des Islams sowie Islamische Religionspädagogik und Fachdidaktik.

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Von wem wurde das Studienprogramm erstellt?

Die beteiligten Professorinnen und Professoren des Graduiertenkollegs erarbeiteten die Systematik und inhaltliche Ausgestaltung des Studienprogramms zu Beginn des Projekts.

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Welche Themenfelder werden von den Promovierenden behandelt?

Im Rahmen des Studienprogramms erwerben die Kollegiatinnen und Kollegiaten vertiefte Kenntnisse in den thematischen Schwerpunkten der Islamischen Theologie. Neben Forschungsarbeiten im Kern der genannten Gebiete werden auch Fragestellungen behandelt, die die Schnittstellen der Gebiete zum Gegenstand haben. In allen Feldern werden interdisziplinärere Ansatz berücksichtigt, für geeignete Fragestellungen erfolgt eine Erörterung im interreligiösen bzw. intertheologischen Dialog. Auch finden grundsätzliche Fragen Berücksichtigung, die sich allen Theologien stellen: Wie fügt sich religiös bekenntnisorientiertes Wissen in eine säkulare Universität ein? Wie kann Islamische Theologie zu zivilgesellschaftlichen Diskursen beitragen?

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