Almedina Fakovic

Universität Tübingen

Betreuer: Prof. Dr. Erdal Toprakyaran

Almedina Fakovic ist in Wiesbaden geboren und hat in Mainz und Istanbul Philosophie und Ethnologie studiert.

Islamisch-mystische Netzwerke in Europa. Das Beispiel der Sufi-Bewegung Hazrat Inayat Khans

Der indische Musiker und Sufi Hazrat Inayat Khan (gest.1927) verließ 1910 sein Heimatland und begab sich auf den Weg in Richtung USA. Er hatte sich zum Ziel gesetzt, eine moderne Mystik für den säkularen Menschen zu entwickeln. Dort angekommen verband Inayat Khan die traditionellen Sufi-Methoden und Praktiken mit einer westlich orientierten Lebensweise. Es fanden sich relativ schnell weltweit zahlreiche Interessierte und Anhänger, weswegen er 1917 die bis heute aktive „Internationale Sufi-Bewegung“ in London gründete. Der sechzehn Jahre lange, ununterbrochene Aufenthalt im Westen (darunter auch England, Frankreich, Holland und Deutschland) formte allmählich die Mystik des Inayat Khan, die viele seiner Schüler als „universellen Sufismus“ bezeichnen.

Ziel des Promotionsprojekts ist es, durch geschichtswissenschaftliche und ethnologische Methoden die Beschaffenheit des „universellen Sufismus“ Inayat Khans sowie dessen Einfluss auf seine Anhänger in Deutschland, Holland und Frankreich darzustellen. Dabei werden im ersten Teil der Dissertation religionshistorisch relevante Quellen bearbeitet. Die zahlreichen Werke von Hazrat Inayat Khan und die umfassende Sekundärliteratur bilden die Basis dieser Ausarbeitung. Im zweiten Teil des Projekts, der gleichzeitig den Kern der Dissertation bildet, werden religionsethnologische Methoden angewandt. Im Fokus dieser Datenerhebung steht eine empirische Analyse, die sich ethnologischer Instrumente (Semistrukturierte Interviews, Teilnehmende Beobachtung etc.) bedient. Durch diese Feldforschungen wird beabsichtigt, eine umfassende Darstellung der Anhänger der Sufi-Bewegung zu leisten und die Lehre des „universellen Sufismus“ aus der Sicht der Handelnden zu deuten.