Daro Abdulla

Universität Erlangen-Nürnberg

Betreuer: Prof. Dr. Reza Hajatpour

Daro Abdulla hat in Erbil (Irak), Bern und Bochum Islamwissenschaften und Geschichte studiert.

Suhrawardi und Djili im Gespräch mit der Moderne. Zur Frage der Begründbarkeit Islamischer Theologie aus einer mystischen Tradition

Zum Thema: In diesem Dissertationsvorhaben wird davon ausgegangen, dass die vorherrschende Theologie nicht selbstverständlich ist, sondern – auch und besonders durch Rückgriff auf die Traditionen – kreativ neugestaltet werden kann. In der islamischen Geistesgeschichte findet sich eine reiche Tradition von Theologen, Philosophen und Mystikern, die sich fundiert mit grundsätzlichen Fragen auseinandersetzten und somit viel Stoff bieten, der im Hinblick auf neue theologische Positionen aktualisiert werden kann.

In der Arbeit sollen die Schriften und Konzepte der als Mystiker und Philosophen bekannten Denker Shahab ad-Din Suhrawardi (gest. 586/1191) und ʿAbd al-Karim al-Djili (gest. ca. 826/1422) untersucht werden. Im Zentrum dieser Auseinandersetzung steht die Frage nach ihrer Haltung zu religiöser Pluralität und wie diese Haltung für die Anforderungen unserer globalisierten und religionspluralen Welt fruchtbar gemacht werden kann. Suhrawardi und Djili werden dabei als Vertreter zweier verschiedener philosophischer mystischer Schulen befragt. Ihre Werke wurden bisher vor allem auf ihren philosophischen und mystischen Inhalt sowie ihre philosophische Verortung hin aufgearbeitet. Ihr theologischer Gehalt dagegen wurde bisher wenig untersucht. Dabei vertreten beide in ihren Werken eine universale Position und nehmen alle Menschen in den Fokus, nicht nur Muslime. Für eine theologische Positionierung zur Pluralität der Religionen scheint dieser Ansatz daher besonders vielversprechend zu sein.