Lexikon des Islams

‘Abd (tr. kul)

„Diener“. Die Bezeichnung ‘Abd stammt aus vorislamischer Zeit. Im Islam beschreibt sie das Verhältnis zwischen Mensch und Gott. „Und wenn dich Meine Diener über Mich befragen, so bin Ich nahe; Ich höre den Ruf des Rufenden, wenn er Mich ruft“ (2:186).

Eltern (tr. veli, ebeveyn)

„Vater und Mutter.“ Der Koran fordert die Muslime auf, gütig, respektvoll und fürsorglich mit den Eltern umzugehen (z.B. Koran 17:23 f.) und sie im Alter gut zu versorgen. Kinder haben die Pflicht, gegenüber ihren Eltern gehorsam zu sein.

‘Ibāda, Pl. ‘Ibādāt (tr. ibadet)

„Gottesdienst.“ Im engeren Sinne gehören dazu alle gottesdienstlichen Handlungen. Im weiteren Sinne umfasst ‘Ibāda alle Handlungen, die erlaubt (Mubāh) und mit einer entsprechenden Absicht (Niyya) verbunden sind und die z.B. aus Anstand oder als Hilfeleistung mit Gottesbewusstsein verrichtet werden. 

Kaaba (tr. kabe)

Die Kaaba ist das heilige Haus der Muslime in der Stadt Mekka. Die Kaaba hat die Form eines Würfels. In ihrer östlichen Ecke ist der Schwarze Stein eingefügt. Muslime verrichten das Ritualgebet in Richtung der Kaaba. Während der großen Pilgerfahrt (Hadsch) oder der kleinen Pilgerfahrt (‘Umra) wird sie siebenmal umrundet. 

Sündenfall (tr. ilk günah)

Der Sündenfall wird im Koran (2:35-39, 7:19 ff.) dargestellt und ist nicht mit der Erbsünde vergleichbar. Im Islam ist niemand für die Sünden anderer verantwortlich. Der Sündenfall ist lediglich die erste Übertretung eines Gebots von Gott. Die Darstellung im Koran veranschaulicht, wie Gott einem bereuenden Menschen entgegenkommt. 

Tasbīh (tr. tesbih)

„Gebetskette“. Der Islam versteht das Leben als ein Reisen zu Gott. Eine Gebetskette ist dabei eine Hilfe, denn sie dient dazu, Gott zu lobpreisen. Sie besteht in der Regel aus dreimal 33 Holzkugeln oder Perlen. Die Perlen erleichtern das Zählen der jeweils 33-mal gesprochenen Lobpreisungen beim Gedenken an Gott (Dhikr). 

Yāsīn

Name der 36. Sure des Korans. Sie handelt vom Leben und der Gesandtschaft Muhammads. Der Name der Sure ist eine direkte Ansprache: „Oh Mensch!“. „Ya“ und „sin“ sind gleichzeitig Buchstaben des arabischen Alphabets. Das veranschaulicht, dass die Worte des Korans nicht aus dem Mund eines Dichters stammen, sondern göttlichen Ursprungs sind. 

Zamzam

Name der Quelle, die bei der Kaaba entspringt. An dieser Stelle soll der Prophet Abraham seine Frau Hādschar und seinen Sohn Ismael in der Wüste zurückgelassen haben. Er tat dies im Vertrauen darauf, dass Gott die Sorge für sie übernimmt. An der Stelle, an der Ismael gespielt hatte, entsprang eine Quelle, gleichsam von Gottes Hand: Zamzam.

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Die Beiträge sind entnommen aus: Fahimah Ulfat und Naciye Kamcili-Yildiz: Islam. Von Abendgebet bis Zuckerfest. Grundwissen in 600 Stichwörtern. Kösel 2014